Laura und das Erbe der Windreiter: Die Berge der schlafenden Riesen
Am nächsten Morgen saß Laura in der Schule. Die Sonne schien durch das Klassenzimmerfenster und ließ ihre roten Haare leuchten. Neben ihr saß Sarah, die heimlich unter dem Tisch den Zügel von ihrem Steckenpferd Amira streichelte. Laura blätterte in ihrem Matheheft. Das gezeichnete Burg-Portal von gestern Abend war noch da, und wenn sie ganz genau hinsah, glaubte sie, einen kleinen Zahlen-Drachen zwinkern zu sehen.
Plötzlich tippte ihr jemand auf die Schulter. Es war Leo. Leo saß meistens still in der letzten Reihe und baute aus Radiergummis und Stiften komplizierte Türme. Er war ein bisschen schüchtern, aber er hatte Augen, die immer alles genau beobachteten.
„Dein Stift“, flüsterte Leo und deutete auf Lauras McNeill Ghost Pen, der friedlich im Etui lag. „Er summt.“
Laura riss die Augen auf. „Du kannst das hören?“
Leo nickte zögerlich. Er griff in seine Hosentasche und zog einen alten, gelben Zollstock aus Holz heraus. „Mein Zollstock vibriert seit heute Morgen. Und als ich mich neben dich gestellt habe, wurde es stärker. Schau mal.“ Er klappte ein Glied des Zollstocks aus. Das Holz schimmerte plötzlich ganz leicht in einem warmen Goldton, genau wie die Tinte auf Lauras magischer Landkarte.








