Hobby Horsing Trendsport: Ratgeber, Disziplinen & Trainingstipps
Hobby Horsing ist weit mehr als „Spielen mit Steckenpferden“; es ist eine anspruchsvolle Sportart, die Elemente aus der Leichtathletik, dem Turnen und dem echten Reitsport verbindet.
1. Springen (Show Jumping)
Beim Springen geht es um Athletik, Sprungkraft und Geschwindigkeit. Es ist oft die beliebteste Disziplin bei Turnieren.
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Das Ziel: Einen Parcours aus Hindernissen (Stangen) in einer festgelegten Reihenfolge zu überwinden.
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Die Technik:
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Der Unterkörper imitiert die Hinterhand des Pferdes (Abdruck, Flugphase).
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Der Oberkörper bleibt ruhig und aufrecht (Haltung des Reiters).
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Die Beine werden im Sprung oft stark angewinkelt, um die Stange nicht zu berühren.
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Bewertungskriterien:
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Zeitspringen: Wer fehlerfrei und am schnellsten ist, gewinnt.
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Stilspringen: Hier wird die Technik bewertet (Haltung, Rhythmus, Landung, Weg zum Sprung).
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Höhen: Anfänger starten bei ca. 30–50 cm. Profis springen im Wettbewerb oft über 1,10 m bis 1,40 m.Wichtig: Ein Abwurf der Stange gibt Fehlerpunkte, genau wie im echten Reitsport.
2. Dressur
Die Dressur ist das Ballett des Hobby Horsing. Hier stehen Körperbeherrschung, Eleganz und Präzision im Vordergrund.
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Das Ziel: Das Absolvieren einer „Aufgabe“ (einer festgelegten Abfolge von Hufschlagfiguren) in einem Viereck.
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Die Gangarten: Der Reiter muss die drei Grundgangarten des Pferdes rhythmisch korrekt simulieren:
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Schritt: Langsam, schreitend, Viertakt.
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Trab: Elastisch, federnd, Zweitakt (hohe Knieaktion, gestreckte Zehen).
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Galopp: Sprungartig, Dreitakt (oft „Chassé“-Schritte).
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Bewertungskriterien:
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Haltung: Kerzengerader Oberkörper, ruhige Handführung, der Blick geht voraus.
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Ausführung: Wie exakt werden die Figuren (Zirkel, Volten, Schlangenlinien) gelaufen?
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Gesamteindruck: Harmonie zwischen „Reiter“ und „Pferd“.
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Warum ein spezielles Hobby Horse besser ist als ein einfaches Steckenpferd?
Hier sind die Vorteile eines HKM Hobby Horses gegenüber einem einfachen Spielzeug-Steckenpferd auf den Punkt gebracht:
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Sicherheit beim Sport: Der Stab ist kürzer (ca. 40 cm). Das verhindert Verletzungen beim Springen über Hürden, wo lange Stäbe gefährlich im Weg sind.
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Perfektes Gewicht: Mit ca. 650g sind sie leichter und besser ausbalanciert, was für schnelle Bewegungen und Dressurfiguren wichtig ist.
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Echtes Zubehör: Das Maul ist so geformt, dass echte Gebisse und Trensen passen. Man kann Zubehör wie im Reitsport nutzen und wechseln.
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Frisierbare Mähne: Die Mähne ist lang und dicht genug, um – wie bei einem echten Pferd – Turnierzöpfe einzuflechten.
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Optik: Sie sehen realistischer und weniger „comicartig“ aus als Discounter-Spielzeug.
Fazit: Das HKM Modell ist ein Sportgerät für Training und Turniere, das einfache Steckenpferd ist nur ein Spielzeug für Kleinkinder.
Soll ich dir passende Trensen oder Halfter für ein HKM Hobby Horse heraussuchen?
Vorbereitung auf das erste Hobby Horse Turnier!
Das erste Turnier ist aufregend! Hier ist eine kurze Checkliste für eine stressfreie Vorbereitung:
1. Training & Aufgaben
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Dressur: Lerne die Aufgabe (den „Test“) auswendig. Laufe sie zu Hause oft ab, damit du nicht nachdenken musst.
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Springen: Übe nicht nur die Höhe, sondern vor allem enge Wendungen und das Tempo.
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Kondition: Ein Turnier ist anstrengend. Gehe vor dem Turnier regelmäßig joggen oder mache Ausdauertraining.
2. Ausrüstung Check (Pferd)
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Stablänge: Prüfe, ob der Stab kurz genug ist (Sicherheitsrisiko & Regelwerk beachten).
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Festigkeit: Wackelt der Kopf? Falls ja: Nachstopfen oder den Stab mit Tape fixieren.
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Zubehör: Sitzen Trense und Zügel fest? Nichts darf während des Laufs abfallen.
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Optik: Flechte die Mähne ein (Turnierzöpfe). Das sieht professionell aus und gibt oft Pluspunkte für den Gesamteindruck.
3. Outfit (Reiter)
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Schuhe: Das Wichtigste! Trage gute Laufschuhe/Turnschuhe, keine Reitstiefel (Verletzungsgefahr und unbeweglich).
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Kleidung: Meist ist sportliche Kleidung erwünscht, die an Reitkleidung erinnert (z.B. Reitleggings + Polo-Shirt oder Turniershirt).
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Haare: Zusammenbinden, damit sie beim Springen nicht im Gesicht stören.
4. Die Notfall-Packliste
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Sicherheitsnadeln: Zum Befestigen der Startnummer (mindestens 4 Stück).
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Panzertape & Schere: Falls am Steckenpferd spontan etwas kaputtgeht.
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Verpflegung: Viel Wasser und Snacks (Banane/Müsliriegel) für schnelle Energie.
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Startnummer: Falls du sie vorher ausdrucken musst, nicht vergessen!
5. Am Turniertag
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Zeitplan: Sei mindestens 1 Stunde vor deinem Start da.
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Warm-Up: Dehne dich und laufe dich warm („Abreiteplatz“). Kalte Muskeln führen schnell zu Zerrungen.
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Meldestelle: Melde dich sofort bei Ankunft an und hake deine Startbereitschaft ab.
Pro-Tipp: Gehe den Parcours zu Fuß ab, sobald er freigegeben ist ("Parcoursbegehung"). Merke dir markante Punkte in der Halle als Orientierung.
